»Schwipp und Schwapp« und das positive Feedback

Autor Ingo Knoppe im heimischen Garten freut sich über das gelungene Kinderbuch aus dem Verlag Weitz&Weitz.
Foto: Manfred Giebenhain

Vorlesen, Lesen und das Kino im Kopf aktivieren ist während der Corona-Krise mit der Zwangsverordnung, weitgehend zuhause zu bleiben und nur die notwendigsten Dinge zu erledigen, eine sehr sinnvolle Beschäftigung. Gerade für Kinder ist es wichtig, die Lesefreude zu fördern, wenn Kita und Schule ausfallen und die häusliche Betreuung einsetzen muss. Darüber hinaus ist es gut für die geistige Entwicklung das Lesen zu fördern und kleineren Kindern Geschichten vorzulesen und die dazu gehörigen Bilder zu betrachten, um ihre Fantasie anzuregen.
Manfred Giebenhain, Journalist und Buchautor hat sich »Schwipp und Schwapp – Abenteuer auf der großen Wiese« angeschaut und eine Rezension geschrieben. Zuhause ist er in Michelstadt im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald. Einer seiner Schwerpunkte sind Ausflugtipps in der Region und Reiseberichte. Mehr erfahren Sie auf seiner Website: www.presse-foto-pr.de.

»Schwipp und Schwapp« lassen keine Langeweile aufkommen

Erbach. Es ist Frühling. Schwipp und Schwapp sind zwei zum Verwechseln ähnliche Mäuse, die nach einem langen Winter zum ersten Mal aus der Mäusehöhle kriechen, um ihre Umwelt zu entdecken. All dies, was die Mäusebrüder auf der grünen Wiese erleben, hat der Erbacher Künstler Ingo Knoppe sich ausgedacht. Gewidmet hat er sein erstes Kinderbuch seinen Zwillingsenkeln Finn und Ole.
Sein Geld verdient Knoppe länger schon als Schmuckdesigner. Und nun hält er stolz sein erstes Buch in der Hand. „Schreiben war schon immer meins“, schickt er der Antwort voraus, warum es ausgerechnet ein Kinderbuch sein musste. Da kamen zum richtigen Zeitpunkt zwei wichtige Dinge in seinem Leben zusammen: seine Leidenschaft im Umgang mit Sprache und die Geburt der beiden Enkel im September 2019. Die Parallelen sind nicht zu übersehen. Schwipp und Schwapp, wie auch der Titel des Buchs lautet, lassen keine Langeweile aufkommen auf der großen Wiese. Abenteuerlustig erforschen sie jeden Winkel und nehmen mit jedem Kontakt auf, der ihre Lebensfreude teilt. So wünscht es Knopp auch seinen Enkeln, mögen sie »mit der Kraft der Fantasie neue Welten entdecken«.

Das Buchcover mit den beiden Mäusebrüdern Schwipp und Schwapp weckt bereits die Fantasie.
Foto: Weitz & Weitz Verlag

Kindgerechter Erzählstil und farbenprächtige Illustrationen

Auf ihrer Wanderung quer über die Wiese bis zum Bach, werden die Mäusebrüder von ihren Eltern begleitet – und von farbenprächtigen Illustrationen. Der kindgerechte Erzählstil deckt sich mit der gewählten Bildsprache von Petra Balonier. Aus ihrer Feder stammen nicht nur die weiteren Figuren Pit der Marienkäfer und die Eisenbahn Tante Husch, mit der die Geschichte erst so richtig Fahrt aufnimmt. Wie im richtigen Leben sind es die ersten Freunde, die von einem Abenteuer zum nächsten die Eltern ablösen. Freundschaft entsteht dann, wenn man gemeinsam Schutz vor Regen und Gewitter sucht und findet und ein Sommerfest vorbereitet. Auf der Wiese brummt und summt es. Wenn es drumherum so richtig still wird, hat das Grillenorchester seinen großen Auftritt. Die Abenteuer gehen noch weiter. Wer am Buchende nach den letzten Zeilen auf das freundliche Gesicht von Herrn Eberhard, dem Maulwurf, blickt, wird verstehen, dass der Autor selbst neugierig geworden ist auf das, was als nächstes kommen wird. Verfasst hat er die Geschichten von Schwipp und Schwapp für das Vorlesealter, sie so geschrieben, dass sie auch als Einstieg für das Lesealter geeignet sind.

Eine der vielen Illustrationen im Buch von Petra Balonier.  Foto: Weitz & Weitz Verlag

Bevor der gebürtige Erbacher Ingo Knoppe vor über 30 Jahren sein Unternehmen »Unikat Art Design« gründete, war er viele Jahre als Journalist bei einer Tageszeitung und auch im Agenturbereich tätig. Seit 1996 arbeitet der staatlich anerkannte Künstler als Schmuckdesigner mit Mammutelfenbein und vielen weiteren edlen Materialien sowie im Bereich Bild und Collage. Mit seinen Werken ist Knoppe seit 30 Jahren auf Ausstellungen und Messen im In- und Ausland vertreten. Eine seiner Arbeiten ist im Eingangsbereich der Hauptstelle der Volksbank Odenwald in Erbach zu sehen.
Weitere Rezensionen gibt es hier.
Das Kinderbuch umfasst 48 Seiten und eignet sich dank Hardcover-Umschlag und reißfeste Papier auch für kleine Kinder zum Vorlesen und Durchblättern. Der Ladenpreis beträgt 12,90 Euro. Die ISBN lautet 9 783981 766332. Zu beziehen in jeder Buchhandlung und direkt beim Verlag Weitz & Weitz

In diesem YouTube-Video wird die erste Geschichte aus dem Buch »Schwipp und Schwapp – Abenteuer auf der großen Wiese« vorgelesen. 

Die bitteren Mirabellen müssen noch reifen

Das Buchcover zum Regionalkrimi »Bittere Mirabellen«

Leider dauert es noch, bis der zweite Regionalkrimi von mir auf den Buchmarkt geworfen wird. Eigentlich sollte er noch vor Weihnachten erscheinen. Aber das schaffe ich nicht. Zu viele Ereignisse und berufliche Verpflichtungen haben mich blockiert. Aber gerne stelle ich eine kurze Leseprobe zur Verfügung.

Ein ungewöhnlich milder Tag neigte sich dem Ende zu. Es war Anfang April. Die Temperaturanzeige in seinem Wagen hatte zwanzig Grad plus angezeigt, als er ihn an der Spitzkehre geparkt hatte, um auszusteigen und bei einem Spaziergang durch den Mirabellenhain frische Luft zu schnappen. Noch eine Woche zuvor hatte er es nicht gewagt, ohne Handschuhe und ohne Kopfbedeckung das Haus zu verlassen, so kalt war es gewesen. Wochenlang Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt. Ihm kam es so vor, dass im Herbst die Tage wärmer waren als im Hochsommer, der Winter Kapriolen schlug, mal bitterkalt, mal föhnig mild.
Empfand nur er so, oder hatten sich die Jahreszeiten mittlerweile verschoben? Im September und Oktober wochenlang Temperaturen weit über fünfundzwanzig Grad, das war doch nicht normal! Dafür knackige Kälte im Mai und Juni, wo man sich allgemein nach lauen Frühlingslüftchen sehnte. Ostern im Schnee, das hatte es zwar früher schon gegeben, aber seit einigen Jahren war dies zur Regel geworden. Für ihn war klar, dass dies dem Klimawandel geschuldet ist. Ein bitterer Geschmack stieg ihm in die Kehle, als er in diesem Zusammenhang darüber nachdachte, wie sich die Politik in den USA nach Barak Obama entwickelt hatte. Mit einem Federstrich, einem lapidaren Wegwischen, hatte Donald Trump erklärt, dass es keine Klimakatastrophe gibt und alle Maßnahmen gestoppt, die der zunehmenden Erderwärmung entgegenwirken. Schon kurz nach seinem Amtsantritt hatte er angeordnet, zwei umstrittene Pipeline-Projekte weiter zu führen.
Er konnte immer noch nicht verstehen, was die Wähler in den Vereinigten Staaten geritten hatte, diesen total durchgeknallten Deppen zu wählen. Durchgeknallt, dumm und gefährlich! Es war zwar nur ein Gerücht, eigentlich eine Satire, die er gelesen hatte. Aber er konnte sich gut vorstellen, dass Trump in der Nacht mit einem Bademantel überm Seidenpyjama und einem Atom-Köfferchen mit dem Nuklearcode in der Hand durch die Räume des Weißen Hauses tigert, um sich an der Macht über siebentausend Atomsprengköpfe zu ergötzen. Kaum auszudenken, wenn er von einem Moment des überbordenden Größenwahnsinns geleitet, diese Macht ausspielt und eine Katastrophe von unbeschreiblichem Ausmaß auslöst.
Wenn er an die derzeit geführte Debatte über einen Nationalpark im Spessart nachdachte, wähnte er sich im Spagat zwischen zwei Welten. Auf der einen Seite drohte die Welt auseinander zu fliegen, auf der anderen Seite Klein-Klein über ungelegte Eier um des Streitens willen. Die Argumente der Nationalpark-Gegner schlugen Purzelbäume, obwohl überhaupt noch nichts Konkretes bekannt war. Die Welt war aus den Fugen geraten, und er stand mittendrin. Noch in der vergangenen Woche hatte er sich mit seinem Nachbarn darüber gestritten, etwas mehr Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen und den Motor seines Wagens nicht eine viertel Stunde lang laufen zu lassen, um die Scheiben zu enteisen. »Ein bisschen Eiskratzen ist doch nicht zu viel verlangt, und außerdem trägt es zur körperlichen Ertüchtigung bei. Würde Ihnen nichts schaden bei Ihrem Übergewicht«, hatte er ihm entgegen geschleudert. Den Nachbarn hatte er damit auf die Palme gebracht und sich den Titel »Ökoarschloch« zugezogen…